Ladenschluss auch im Advent!
Tuesday, 15. December 2009

In Dresden ist verkaufsoffener Sonntag, wie in jedem Advent. Auch der Naziladen Larvik in der Innenstadt öffnet seine Tür und hofft auf zahlreiche Weihnachtseinkäufer_innen. Das Ladenschlussbündnis Dresden will diese braune Suppe versalzen und mit dabei: die Grüne Jugend Dresden und die Junge Linke Dresden. 
Der 2. Advent: Die Junge Linke stellt sich auf der Prager Straße am Karstadt auf, mit einem Verweisschild auf den Naziladen um die Ecke. Viele Passant_innen reagieren überrascht und lassen sich gern von den als Nikoläusen verkleideten Jugendlichen mit Flyern über den Naziladen um die Ecke und Thor Steinar aufklären.
Der 3.Advent: Die Jungen Grünen gehen vor den Laden, sperren den Zugangsweg symbolisch ab und verteilen Flyer an die Passant_innen, die mit ungewöhnlich viel Interesse reagieren. Viele ältere Leute sagen klar: Nazis wollen wir hier nicht haben! Mit Straßenmalkreide schreiben sie „Achtung Naziladen“, „Ladenschluss für Nazis“ und „Naziladen Larvik dichtmachen“ auf den Gehweg.
 
Dresdner Einkaufszentrum "Mälzerei" wirbt mit und für Neonazis
Tuesday, 15. December 2009

Das Einkaufszentrum „Mälzerei“ in Dresden-Pieschen beherbergt seit längerem zwei einschlägig rechte bzw. neonazistische Geschäfte. In einer Werbeanzeige vom 03. Dezember in der Dresdner Morgenpost wurden beide, neben weiteren Geschäften der „Mälzerei“, beworben.

Unter der Überschrift „Weihnachtliches Flair in der Mälzerei - Adventstreiben in urgemütlicher Atmosphäre“ wird der „Army Shop“ von Maik Knothe als „Geschenkegrube für Männer“ bezeichnet. Der Inhaber biete „strapazierfähige Freizeitkleidung“ an. Was die Werbung verschweigt: Diese „Freizeitkleidung“ stammt u.a. von „Erik&Sons“ - einer Marke, die vorrangig im neonazistischen Spektrum getragen wird und von ehemaligen Machern der einschlägig bekannten Marke „Thor Steinar“ betrieben wird.

Noch offensichtlicher ist der neonazistische Hintergrund beim zweiten beworbenen Geschäft, dem „Neverstraight Clothes“. Was in der Werbung verharmlosend als „Neben Bodypiercing und Tattoo werden ein kleines aber feines Schmucksortiment und Szeneklamotten (sic!) angeboten“ umschrieben wird, entpuppt sich als das Angebot eines der relevantesten sächsischen Szene-Geschäfte für neonazistische Musik und Bekleidung. Im Angebot finden sich die aktuellen CD's aus der Rechtsrock-Szene genauso wie T-Shirts und Merchandise-Produkte der entsprechenden Bands. Verwundern kann das nicht, schliesslich ist der Betreiber des „Neverstraight Clothes“, Sebastian Raack einschlägig in der Szene bekannt. Als Mitglied der südbrandenburgischen Band „outlaw“ macht er selbst Rechtsrock. Auch war er beispielsweise Teilnehmer an der neonazistischen Demonstration am 21. Juni 2008 in Dresden, die in Folge des verbotenen „JN Sachsen-Tages“ stattfand und während der es zu gewaltsamen Angriffen auf einen tschechischen Fotografen und einen Mitarbeiter des Ordnungsamts kam. Sebastian Raack ist auch als „Ansprechpartner“ für das Musiklabel „OPOS-Records“ genannt. Das firmiert unter derselben Postadresse wie das „Neverstraight Clothes“. „OPOS-Records“ ist eines der wichtigsten sächsischen Labels für neonazistische Musik und setzt dabei Trends für und in der Szene. Im Angebot finden sich CD's von Neonazi-Bands aus dem In- und Ausland und Merchandise-Artikel.


In der Vergangenheit waren die Betreiber des „Kaufhaus Mälzerei“ wiederholt auf die Hintergründe der zwei Geschäfte hingewiesen worden. Offenbar haben sie mit dem rechten und neonazistischen Treiben keine Schwierigkeiten.

 

(ART Dresden)  

 
Sachsenweites Ladenschluss-Bündnis gegründet
Friday, 5. June 2009
Am Dienstag, 26.5.2009, gründete sich in Freiberg das sachsenweite Ladenschluss-Bündnis. Das sächsische Ladenschluss-Bündnis ist ein breiter Zusammenschluss aus bestehenden Ladenschluss-Gruppen in Sachsen, sowie Einzelpersonen, die die Problematik der Naziläden in Sachsen im Zusammenhang mit deren Verbreitung rechten Lifestyles aufgreifen und dagegen agieren werden.
In verschiedenen Städten Sachsens sind in den letzten Jahren verstärkt Naziläden entstanden, die sich leider nicht selten auch vor Ort etablieren konnten.
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