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Proteste gegen »Thor Steinar« gehen weiter |
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Thursday, 21 February 2008 |
»Tonsberg«-Laden in Berlin entglast. Demonstration gegen bei Neonazis beliebte Modemarke am Freitag Von Anja Wagner-Roth Der Widerstand gegen den Verkauf der bei Neonazis beliebten Marke »Thor Steinar« verstärkt sich. Auf verschiedenen Ebenen bekommt die in Königs Wusterhausen bei Berlin ansässige Mediatex GmbH Druck. Sie vertreibt die Kleidung und Accessoires von »Thor Steinar« übers Internet sowie in drei Geschäften in Dresden, Magdeburg und Berlin.
Auf die Berliner Filiale von »Thor Steinar« wurde in der Nacht zum Montag erneut ein Anschlag verübt. Nach Angaben der Berliner Zeitung wurde dabei eine Schaufensterscheibe zertrümmert. Das Geschäft trägt den Namen »Tonsberg« und wurde erst Anfang des Monats eröffnet. Nach Protesten und Farbattacken kündigte der Vermieter bereits am 6. Februar den dreijährigen Vertrag. Die Hamburger Impala Immobilien GmbH sah sich in ihren neuen Mietern getäuscht. Jetzt liegt der Fall bei den Gerichten in Berlin. Für den kommenden Freitag ist ab 17 Uhr eine Demonstration unter dem Motto »Keine Geschäfte mit Nazis – ›Tonsberg‹ muß weg!« geplant.
Einen Schritt weiter sind Antifaschisten in Magdeburg. Dort eröffnete im Sommer letzten Jahres unter dem Namen »Narvik« ein »Thor-Steinar«-Laden im Hundertwasserhaus. Das Landgericht Magdeburg entschied am vergangenen Mittwoch über eine Räumungsklage, da den Betreibern noch am Tag der Eröffnung gekündigt worden war. Der Richter folgte der Argumentation des Vermieters, der sich in der Sortimentsliste des Ladens »arglistig getäuscht« sah. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Betreiber des »Narvik« können Berufung beim Oberlandesgericht in Naumburg einlegen. Dazu müßten sie jedoch nach Informationen der Magdeburger Volksstimme eine Sicherheitsleistung in Höhe von 22000 Euro hinterlegen, um das Geschäft bis zur Entscheidung des OLG weiter betreiben zu können.
In Dresden wurde am vergangenen Wochenende der Laden von »Thor Steinar« attackiert. Antifaschisten demolierten den Shop, der wie in Berlin »Tonsberg« heißt und plünderten teilweise die Auslagen. Am gleichen Tag hatten in der Elbestadt mehrere tausend Linke gegen einen Aufmarsch von fast fünftausend Neonazis demonstriert.
Der Staat Norwegen, dessen Fahne auf zahlreichen »Thor-Steinar«-Artikeln zu sehen ist, klagt gegen die Firma. Das Amtsgericht Potsdam wird am 31. März darüber verhandeln. Spiegel online zitiert den norwegischen Gesandten in Berlin, Andreas Gaarder, mit den Worten: »Wir wollen, daß unsere Staatsflagge als Symbol des demokratischen Norwegens nicht weiter in Verbindung mit dem rechtsextremen Milieu gebracht wird«. Ein Unterlassungsurteil gegen »Thor Steinar« könnte für die Firma schwerwiegende Folgen haben, da die Flagge bei zahlreichen Artikeln sowie als Dekoration in den Geschäften Verwendung findet.
* Demonstration gegen »Thor Steinar« in Berlin: 22. Februar, 17 Uhr, S-Bhf. Oranienburger Straße, antifa.de http://www.jungewelt.de/2008/02-20/020.php |