|
Zwei Wochen vor der Demonstration "Den NAZIS DAMPf machen! - Gegen Naziläden und Rassismus!" in Dresden ist ein Artikel über die "Dresdner Zustände" in der Wochenzeitung Jungle World erschienen, der noch einmal die Notwendigkeit unserer Demonstration unterstreicht. Desweiteren haben antirassistische Fans des "SG Dynamo Dresden" einen eigenen Text veröffentlicht, der nochmal auf die spezielle Thematik in der Fussballszene eingeht. Beide Texte sind im Anhang dokumentiert.  Darüber hinaus unterstützen mittlerweile mehrere dutzend antifaschistische Gruppen in Sachsen und darüber hinaus die Demonstration am 18. 10. 2008 in Dresden. Nächste Infoveranstaltungen zur Demo: Dresden: 16.10. 2008 um 20 Uhr im AZ Conni; Rudolf-Leonhardt Strasse 39 Leipzig: 14.10. 2008 um 19 Uhr in der LiWi; Stockartstr. 11 Görlitz: 14.10. 2008 um 20 Uhr in der Hospi30 Eine Schlafplatzbörse wurde eingerichtet. Wer von außerhalb Schlafplätze benötigt, möchte sich bitte über das Kontaktformular bei uns melden! Kommt alle zur antifaschistischen Demonstration am 18. Oktober 2008 in Dresden! „Den NAZIS DAMPF machen! – Gegen Naziläden und Rassismus!“
Treffpunkt: 12 Uhr // Wiener Platz (Hauptbahnhof) / Dresden von Michael Bergmann Die Stadtverwaltung gibt sich gelassen. Doch Dresden ist für Migranten und alternative Jugendliche keineswegs ein sicherer Ort, wie einige Vorfälle in jüngster Zeit zeigen. Zudem haben Neonazis in der Stadt einen regionalen Treffpunkt eingerichtet. Es habe sich vieles zum Guten verändert in Dresden, sagte Albain Menkouo der Zeitung Dresdner Neueste Nachrichten im August. Bis vor wenigen Jahren sei der Platz neben ihm, einem Afrodeutschen, in der Straßenbahn immer frei geblieben. Anfangs habe er gedacht, das sei Zufall, aber irgendwann konnte er es nicht mehr als solchen abtun. Inzwischen setzten sich die Menschen aber trotz seiner Hautfarbe neben ihn.
Was andernorts als Selbstverständlichkeit gilt, ist in der sächsischen Landeshauptstadt ein Fortschritt. Die Zeiten, in denen die Neonazis in der »Stadt der Bewegung« (Michael Kühnen) das Straßenbild bestimmten und am 6. April 1991 den Mosambikaner Jorge Gomondai ermordeten, waren schnell vergessen. »In Sachsen haben noch keine Häuser gebrannt, es ist auch noch niemand umgekommen. Und die sächsische Bevölkerung hat sich als völlig immun erwiesen gegenüber rechtsradikalen Versuchungen«, hatte der damalige Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) zur Jahrtausendwende verkündet.
Acht Jahre später protestierte zumindest nicht nur die örtliche Antifa, sondern auch der Stadtverband der Jusos, nachdem eine Mitarbeiterin des Dresdner Studentenwerkes in der Sächsischen Zeitung in einem Artikel über Kakerlaken in Wohnheimen mit den Worten zitiert worden war: »Der Befall ist eine Frage der Sauberkeit. Schaben gibt es vor allem dann, wenn Menschen aus Kulturen in den Häusern wohnen, die mit den Tieren weniger Probleme haben als Deutsche.« Man könnte meinen, es habe sich einiges gebessert in den vergangenen Jahren. Andere Dinge bleiben hingegen gleich, so wie es sich für eine konservative Stadt gehört, und einiges wird auch schlimmer. Die Zahl rechtsextremer Gewalttaten zum Beispiel: Sie ist seit Jahren hoch und nahm in den vergangenen Monaten in Dresden wieder in starkem Maß zu. Im Jahr 2008 wurden in der Stadt bisher 22 Personen aus rassistischen Gründen angegriffen, in 19 Fällen nichtrechte Jugendliche attackiert.
Albain Menkouo macht sich deshalb keine Illusionen. Er gehe davon aus, dass ihm niemand helfen würde, wenn er auf der Straße angegriffen würde, sagte er der Zeitung. An Tagen wie dem 13. Februar oder dem »Männertag« verlasse er seine Wohnung aus Sicherheitsgründen nicht.
Auch Kati Lang von der Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt der »Regionalen Arbeitsstelle für Jugendhilfe, Schule und interkulturelle Arbeit« (RAA) in Sachsen sagte der Jungle World: »Problematisch bleibt bei allen Angriffen das Nichteingreifen von Passanten. Gerade in öffentlichen Verkehrsmitteln gab es immer wieder Zeugen, die nicht geholfen haben.« Auch die Qualität der rechtsextremen Übergriffe habe sich verändert. Wurden im Jahr 2007 in Sachsen drei Brandanschläge mit rechtsextremem Hintergrund bekannt, waren es im Jahr 2008 bisher mindestens 13. »Dieser Anstieg lässt ein Revival der – allen noch im Gedächtnis haftenden – Brandanschläge befürchten«, sagt Lang. Brandanschläge wie der auf einen Asia-Markt in Dresden Mitte August. Die 16jährige Tochter des Ladenbetreibers wurde nachmittags auf offener Straße von zwei jungen Männern in rassistischer Weise angepöbelt. Daraufhin kam es zu einer kurzen Auseinandersetzung, in die sich auch der Vater des Mädchens einmischte. Als sich die Angreifer zurückzogen, drohten sie, das Geschäft der Familie »abzufackeln«. Wenige Stunden später brannte es vollständig aus. In derselben Nacht überfielen vier Neonazis zwei Migranten in einem anderen Stadtteil auf offener Straße und traten auf sie ein.
Anders als die Überfälle rechtsextremer Hooligans auf türkische und kurdische Lokale in der Dresdner Neustadt nach dem diesjährigen EM-Halbfinalspiel der Türkei gegen Deutschland ist die größte Zahl der Angriffe nicht von langer Hand geplant. Gerade diese oftmals überraschenden und ortsungebundenen Gewaltausbrüche machen die Gefahr unberechenbar und sorgen für Angst und Einschüchterung.
Ein Sprecher der Stadt Dresden verwies im Gespräch mit der Jungle World hingegen auf das »Handlungsprogramm für die Stärkung von Demokratie und Toleranz«, für das in den kommenden zwei Jahren insgesamt 300 000 Euro im Haushalt eingeplant seien. Dresden sei eine weltoffene, tolerante Stadt, niemand müsse Angst haben, sie zu besuchen. Und keineswegs sei »es so, dass hinter jeder Hausecke ein potenzieller Gewalttäter lauern würde«.
Anders als die derart gelassenen Behörden schien die regionale Antifa in den vergangenen Monaten jedoch von den Vorfällen völlig überfordert zu sein. Mittlerweile ruft ein antifaschistisches Bündnis für den 18. Oktober zu einer Demonstration unter dem Motto »Gegen Naziläden und Rassismus« in Dresden auf. »Das Problem ist einerseits die rassistische Gewalt und die Diskriminierung im Alltag, der die Migrantinnen und Migranten hier ausgesetzt sind. Außerdem etabliert sich ein rechter Lifestyle, der durch eine Reihe von Naziläden mitgetragen wird«, sagt Andrej Stephan von der Kampagne »Ladenschluss jetzt!«.
Anfang August eröffnete in bester Lage in der Innenstadt der »Thor-Steinar«-Laden »Larvik«. Seit August 2006 betrieb die Firma »Blond Textil- und Schuhvertriebs GmbH« das Geschäft »Tonsberg«, dessen Mietvertrag kurz vor der Eröffnung des »Larvik« auslief. Dieser ist nur einer der bekannten, von Neonazis besuchten Läden in Dresden. Denn es herrscht ein reger Kampf um das Geld der Rechtsextremen. Der im Prozess gegen die Kameradschaft »Skinheads Sächsische Schweiz« verurteilte Neonazi Toni Beger musste sein Geschäft mutmaßlich wegen der großen Konkurrenz bereits schließen.
Beger zählt zum Umfeld jener Neonazis, die sich regelmäßig in der Oskar-Röder-Straße nahe dem S-Bahnhof Dresden-Reick treffen. Der über 90jährige Kunstschmied Alfred Schmidt vermietet dort seit mindestens drei Jahren Räume an die Kameradschafter. Mieter ist Tilo Kriegel, der seit Jahren in der ersten Reihe zu finden ist, wenn Neonazis versuchen, linke Veranstaltungen zu attackieren. An der Hochschule für Technik und Wissenschaft engagiert sich der Architekturstudent Kriegel im Fachschaftsrat.
Nach Einschätzungen des Antifa-Recherche-Teams Dresden ist die Oskar-Röder-Straße der mit Abstand wichtigste Treffpunkt für die Neonazis der Region. In den gut ausgestatteten Räumlichkeiten gibt es genügend Platz für Konzerte und Vorträge, Bandproberäume und einen Fitnessraum. In dem Gebäude haben sich die Neonazis so ein »nationales Jugendzentrum« geschaffen. Auch Mitarbeiter der NPD-Landtagsfraktion sind dort gern gesehene Gäste. Weniger als ein Jahr vor den nächsten sächsischen Landtagswahlen ist zumindest die Neonazi-Szene in Dresden also weitaus umtriebiger als vor den letzten.
Dresdner Fußball und Neonazis (Ein Text antirassistischer Fussballfans, September 2008) Die Idee für diesen Text kommt aus dem Umfeld linker Dynamofans und steht im Zusammenhang mit einer antifaschistischen Demonstration gegen Naziläden und akzeptierte rechte Jugendkultur und soll zeigen, wie eng in Dresden die Verknüpfungen von politischer Gesinnung mit dem Phänomen Fußball zu sehen sind.
Während es zur Europameisterschaft 2008 in Deutschland weitesgehend friedlich blieb, machte Sachsen und hier insbesondere Dresden europaweit mit einem Überfall rechter Nazihooligans im Anschluß an das EM-Halbfinale zwischen Deutschland und der Türkei im „alternativen Szeneviertel Neustadt“ Schlagzeilen. Dabei verletzten mindestens dreißig vermummte Neonazis aus dem Hooligan-Umfeld von Dynamo Dresden mehrere Personen und zerstörten die Fensterscheiben und die Inneneinrichtung von drei türkischen Lokalen. Keine der umstehenden Personen und die ebenfalls anwesende Polizei fühlte sich in der Lage, einzugreifen.
Stattdessen wurden Anti-Türkei Lieder angestimmt und türkische Fahnen verbrannt. Nicht einmal zwei Monate später brannte ein vietnamesisches Geschäft fast bis auf die Grundmauern nieder. Immer wieder machen rechte Schläger die schon im Zusammenhang mit Gewalttätigkeiten am Rande von Fußballspielen aufgefallen sind, mit Überfällen von sich reden. So wurde beispielsweise in der Nacht zum Montag dem 18. August in der Filiale einer Schnellimbißkette ein türkischstämmiger 18-jähriger von Personen aus dem Fußballumfeld rassistisch beleidigt und verletzt.
Auch waren es rechte Hooligans um bekannte Personen wie Toni Beger oder Sebastian Reiche, die im Juni in einer Dresdner Fußballkneipe den Finaleinzug der deutschen Mannschaft feierten. Im Anschluß daran fuhren sie wie schon anläßlich einer Weihnachtsfeier 2007 gemeinsam in die Neustadt, um zu randalieren und Menschen anzugreifen die nicht in ihr rechtes Weltbild paßen. Bis heute wurde nicht einer der an den Überfällen beteiligten namentlich bekannten Personen festgenommen oder gar verurteilt. Dieses Bild paßt in ein Bundesland, in dem bei den Landtagswahlen 2004 die NPD 9.2% der WählerInnenstimmen für sich vereinnahmen konnte und damit das Ergebnis der vorangegangenen Landtagswahlen nahezu verdoppelte.
Nicht erst seit heute gibt es einen Zusammenhang zwischen Neonazis und Fußball in Dresden. Schon in DDR-Zeiten wurden Auswärtßpiele dazu genutzt, mit rechten Parolen und Fahnen die Staatsmacht herauszufordern und zu provozieren. (Nachzulesen im Buch „Schwarzer Hals und gelbe Zähne.“) Als 1991 Roter Stern Belgrad in Dresden zu Gast war, konnte man einen großen Teil der im Stadion anwesenden Hooligans der rechten Hooligan-Szene zuordnen. Die von schweren Zuschauerausschreitungen gekennzeichnete Partie wurde in der 78. Minute beim Stande von 2:1 für Belgrad abgebrochen und der Verein Dynamo Dresden mit einer Sperre von zwei Europapokalspielzeiten belegt. Den willkommenen Grund dafür lieferten Anhänger des Roten Sterns als sie versuchten beim Hinspiel in Belgrad Anhänger von Dynamo Dresden anzugreifen. Darüber hinaus waren rechte Hooligans wie auch in Leipzig-Connewitz und Berlin-Friedrichshain, Anfang der 90er Jahre an zumeist gescheiterten Überfällen auf besetzte Häuser im damals noch linken Wohnviertel Neustadt beteiligt.
Nach einigen mehr oder weniger erfolgreichen Jahren in der belle étage des deutschen Profifußballs, musste der Verein Dynamo Dresden am Ende der Spielzeit 1994/95 zwangsweise in die damalige dritte Liga absteigen und blieb dort auch mehrere Jahre Teil des mehr oder weniger tristen Ligaalltags; rassistische Vorfälle oder fremdenfeindliche Übergriffe waren zu diesem Zeitpunkt nicht sehr viel schlimmer als bei anderen deutschen Fußballvereinen.
Als im Sommer 2000 mit Helmar Braun, dem Betreiber des rechten Café Germanias in Dresden und Jens Löwe auf einmal zwei aktive Neonazis die vakante Marketing bzw. Managerposition beim mittlerweile in der Bedeutungslosigkeit verschwundenen Stadtrivalen DSC 98 besetzen sollten, führte großer öffentlicher Druck dazu, dass der Verein sich von beiden Personen distanzierte. Nicht ohne jedoch darauf hinzuweisen, dass man „nicht jeden verdammen , der vor zehn Jahren mal ein paar Fehler gemacht habe“, so der damalige Präsident und jetzige Immobilienunternehmer und Dynamo Großsponsor Thomas Dathe. Der ehemalige Polizist Jens „Leo“ Löwe wechselte in den Folgejahren in die sich nach Außen hin unpolitisch gebende Dresdner Hooliganszene, die sich mit der inzwischen im Harbig-Stadion verbotenen Zaunsfahne „Hooligans Elbflorenz“ Spieltag für Spieltag stilsicher in Szene setzen konnten.
Mit dem zunehmenden sportlichen Erfolg wie den beiden Aufstiegen 2002 und 2004 rückte auch Dynamo und seine Fanszene immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit.
Als 2004 Fans des Vereins weltweit mit der einmaligen Brustsponsor-Aktion auf sich aufmerksam machten, sicherte sich kein geringerer als Helmar Braun das Trikot mit dem rechten Zahlencode 1488. Die 14 steht dabei in der rechten Szene für die 14 words von David Lane, einem amerikanischen Rechtsterroristen und Mörder und unter der 88 versteht man innerhalb der rechten Szene den nationalsozialistischen „Gruß“ (Liste der Brustsponsoren). Leider blieben Reaktionen sowohl von Seiten des Vereins aber auch von Seiten der Dresdner Fanszene aus.
Ansonsten führte jedoch jedes Vergehen zu einem rituellen Aufschrei in den Medien, während durchaus wahrnehmbare positive Beispiele wie eine von Dynamo-Fans ins Leben gerufene antirassistische Faninitiative (1953international ) medial auch auf lokaler Ebene kaum Beachtung findet. Und das obwohl die Arbeit von Außen betrachtet, durchaus in die richtige Richtung geht und man nicht erwarten sollte, dass eine spürbare Veränderung kurzfristig passieren kann.
Während in der Medienwelt anfangs besonders auf die „zunehmende Gewalt in und um Fußballstadien“ eingegangen wurde, spielten rassistische Entgleisungen auch auf überregionaler Ebene bis auf wenige Ausnahmen keine große Rolle. Mit der Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2006 an Deutschland, sollte sich das gerade auch im Hinblick auf den Führungswechsel an der Spitze des größten Einzelsportverbandes der Welt ändern. Rassistische Ausfälle von „Fußballfans“ wurden nun nicht mehr unkommentiert stehen gelassen, sondern hart sanktioniert. Als während einer TV-Übertragung Anhänger des FC Energie Cottbus im Dezember 2005 in Dresden mit einem Juden-Dynamo-Banner auf sich aufmerksam machten, wurde der Verein mit einer nicht unerheblichen Geldstrafe belegt und die Täter aus dem Dunstkreis der rechten Cottbusser Fanszene mit lebenslangem Stadionverbot bestraft.
Aber auch bei Dynamo lassen sich durchaus solche Vorfälle finden:
Zum Beispiel wurden die Anhänger von Energie mit einem Zigeuner-Banner beleidigt und Cottbus provokativ als „Hauptstadt von Polen“ oder auch als „Sorbenpack” tituliert. Aber auch andere Beispiele lassen sich finden, so begrüßten einige Dresdner „Fans” Anhänger des Kölner Fcs in der Saison 2004/05 mit dem Spruchband „Hallo Kanaken” als Revanche auf eine Geste der Kölner im Hinspiel.
Nach wie vor sehr beliebt sind auch unreflektierte oft schon zu DDR-Zeiten entstandene Fangesänge wie „Juden Berlin“ die auch von vielen der so genannten unpolitischen Fans unkritisch Verwendung finden. Inzwischen werden jedoch solche „Entgleisungen“ wie das jüngste Beispiel des Gastspiels von Carl-Zeiss Jena bei Rot-Weiß Erfurt beweist, vom DFB mit harten Strafen, die bis zur Platzsperren führen können, geahndet.
Das Positive an Strafen wie diesen ist, dass Vereine mit Problempotential quasi gezwungen werden, sich mit der Thematik Rassismus nicht nur strafrechtlich, sondern auch inhaltlich auseinander zu setzen. In vielen Fällen haben diese Maßnahmen zur lobenswerten Selbstregulierung innerhalb der Fanszenen geführt, die mit eigenen explizit antirassistischen Aktionen wie etwa zur europaweiten Antira-Aktionswoche jedes Jahr im Herbst auf sich aufmerksam machen. Eine der negativen Folgen ist die fehlende Bereitschaft, sich als Verein aber auch in der Öffentlichkeit mit den gesellschaftlichen Ursachen von Rassismus auseinander zu setzen und die Täter aber auch die Opfer klar zu benennen.
Zwar sind in der aktuellen gemeinsam mit Dynamo-Fans ausgearbeiteten „Fancharta" inhaltlich wirklich beachtliche Ansätze zu finden, das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass sich der Verein aber auch viele unorganisierte Fans in ihrer Argumentation selbst gern unpolitisch geben. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Dresdner Geschäftsführung Anfang letzter Saison neben rechten Symbolen und Kleidungsmarken wie Thor Steinar auch explizit antifaschistische Symbole wie ein zerschlagenes Hakenkreuz und linke Kleidungsmarken wie Mob Action in die Verbotsliste aufgenommen hat (Reform der Stadionordnung). Gleichzeitig soll dieses Verbot von OrdnerInnen durchgesetzt werden, die sich zum Teil aus dem rechten Hooliganmilieu von Dynamo rekrutieren und bereits durch rechte Übergriffe auffällig geworden sind.
So ist es auch nicht weiter verwunderlich dass einige Gästefans beim Gastspiel der Amateure des VfB Stuttgart im August diesen Jahres ungehindert mit der laut Stadionordnung verbotenen rechten Kleidungsmarke Thor Steinar das Stadion betreten durften. Ein passendes und leider reales Beispiel, wie "sensibel" in Dresden mit der Thematik umgegangen wird.
Wir als Anhängerinnen und Anhänger der SG Dynamo Dresden wehren uns gegen die Toleranz von Faschismus und rechter Alltagskultur in und um Fußballstadien nicht nur in Dresden und rufen dazu auf, die Demonstration am 18. Oktober zu unterstützen. Wir fordern darüber hinaus den Verein auf, endlich klar Stellung gegen Fremdenfeindlichkeit zu beziehen, indem das Verbot antifaschistischer Symbolik aufgehoben wird und einschlägig bekannte rechte Personen aus dem Ordnungsdienst entfernt werden.
Fußball ist für uns mehr als eine konsumorientierte Freizeitbeschäftigung, es ist und bleibt für uns ein wichtiger Bestandteil des Alltags. Wir haben keine Lust dazu, unsere Kurve mit rechten Idioten zu teilen, deren tödliche Ideologie nur darauf abzielt, Menschen auszugrenzen und nicht im Ansatz integrieren will. Eine Aufgabe die Sport in der heutigen Zeit durchaus in der Lage ist zu leisten, was Beispiele wie der Berliner Fußballklub Türkiyemspor eindrucksvoll seit Jahren beweisen.
Unsere Herzen sind schwarz/gelb aber unsere Kurven sind bunt.
Für eine lebendige & alternative Stadionkultur! Ladenschluss jetzt, Larvik dichtmachen!!
Kein Fußball für Faschisten!!! |