Antifa rockte Dresden!
Thursday, 30. October 2008
Antifa rockte Dresden!Einem Aufruf des antifaschistischen Bündnis „Ladenschluss jetzt“ sind am heutigen Tage zahlreiche Antifas gefolgt. Ab mittag wurde sich auf dem Wiener Platz vor dem Dresdner Hauptbahnhof getroffen, um dann über die Petersburger Straße in die Innenstadt zu demonstrieren. Von Anfang an war die Demo weder zu übersehen, noch zu überhören. Mit der hohen Teilnehmer_innenzahl, von etwa 1.300 Menschen konnten die Erwartungen der Veranstalter übertroffen werden.

 

Die Nazis, welche großmäulig angekündigt hatten ganz Dresden zu rocken, schafften es insgesamt maximal 70 Kameraden zu mobilisieren. Eine größere Gruppe Nazis (circa 50) konnte am Karstadt auf der Prager Straße gesichtet werden. Diese wurde von der Polizei in Schach gehalten und flüchtete später, vermutlich auf Grund der antifaschistischen Übermacht. Ansonsten waren nur einzelne hilflose Nazi-Kleingruppen untewegs. Gerade mal drei Nazis schafften es in Sichtweite der Antifa-Demo zu kommen.

„Alerta, alerta Antifacista“, „Stop Thor-Steinar“ und „Schöner leben ohne Naziläden“ schallte es über den Dr. Külz-Ring an der Altmarktgalerie, zur besten Wochenend-Shopping-Zeit. Bei einer ersten Zwischenkundgebung wurden Redebeiträge gegen die Nomalisierung des rechten Lifestyle in Sachsen, über die Zunahme der rassistischen Übergriffe in den letzten Monaten und zu den Dresdner Naziläden verlesen.

Anschließend zog die Demo erneut über die Petersburger Straße in Richtung Straßbourger Platz, an „Ackis Sportbar“ vorbei. In jener Lokalität hatten sich in der Vergangenheit mehrfach rechte Hooligans von Dynamo Dresden getroffen, um anschließend gewalttätige Übergriffe durchzuführen. So zum Beipiel zum EM-Halbfinale, als etwa 30 Neonazis und Hooligans von „Ackis Sportbar“ in die Dresdner Neustadt zogen, um dort türkische und kurdische Geschäfte, sowie Menschen anzugreifen. In einem Redebeitrag von Dresdner Fußballfans wurde eine alternative Stadion-und Fußballkultur ohne Rassismus und Antisemitismus gefordert. Der Verein Dynamo Dresden müsse sich eindeutig und unnachgiebig gegen rechtes Klientel abgrenzen und öffentlich klarstellen, dass Fremdenfeinde nichts bei Dynamo verloren haben.

Über den Sachsenplatz und die Albertbrücke zog die Demo dann in die Dresdner Neustadt. Auf dem Weg dort hin konnten die ersten Reihen der Demonstration erfolgreich den Filmteams der BFE-Einheiten klar machen, dass das Abfilmen von Demonstrantinnen und Demonstranten nicht erwünscht ist. Auf den letzten 500 Metern Richtung Albertplatz überschlugen sich, trotz des insgesamt sehr langen Weges, noch einmal die Sprechchöre. „Für die Freiheit, für das Leben, Nazis von der Straße fegen!“ und „Nazis gibt’s in jeder Stadt, bildet Banden, macht sie platt!“, dazu rythmisches Klatschen heizten die Stimmung noch einmal an.

Auf der Abschluss-Kundgebung wurde in einem Redebeitrag auf den 13. und 14. Februar 2009 in Dresden hingewiesen. Anlässlich des Datums der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg werden jedes Jahr die deutschen Opfer in verschiedenen Zeremonien in der Stadt beklagt. Auf Grund der guten Anschlussfähigkeit an dieses Gedenken hat sich der inzwischen größte jährlich wiederkehrende Neonazi-Aufmarsch Europas in Dresden etabliert. Dieses Treiben gilt es im kommenden Jahr zu zu beenden.

Den vielen anwesenden Antifas wurde noch mit auf den Weg gegeben dass der Kampf gegen Rassismus und Naziläden mit dem Ende der Demonstration nicht vorbei ist. Nur durch nachhaltiges, dauerhaftes und entschlossenes Handeln auf allen Ebenen und mit allen Mitteln könne die weitere Etablierung neonazistischer Jugendkultur und rassistischer Gewalt zurück gedrängt werden.

 

Quelle: Indymedia (18.10.2008)

 
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