Kretzschmar (LINKE) gibt Unterlassungserklärung ab
Thursday, 6. November 2008
Linke-Stadtchef René Kretzschmar hat gegenüber der Firma Mediatex jetzt die eingeforderte Unterlassungserklärung zu seinen Thor Steinar Kommentaren abgegeben. Kretzschmar hatte vor wenigen Tagen das Centermanagement des EKZ Wust aufgefordert, einem Geschäft, dass die Marke Thor Steinar vertreibt, ein Verkaufsverbot auszusprechen und bei Zuwiderhandlung eine Kündigung auszusprechen.

 

"Sehr geehrte Damen und Herren,
im September wurde durch die öffentliche Berichterstattung im Lokalteil der Märkischen Allgemeinen bekannt, dass in einem Geschäft in ihrem Einkaufszentrum die Marke ´Thor Steinar´ vertrieben wird.
Diese Marke ist eindeutig extrem rechts einzustufen. Sie wurde 2002 von Axel Kopellke aus Königs Wusterhausen registriert. Im Jahr 2003 wurde die Firma Mediatex GmbH daraus, mit den Geschäftsführern Axel Kopellke und Uwe Meusel.
Ich fühle mich bei der Symbolik der sich Thor Steinar bedient an einen Germanenkult erinnert der nach meinem Gefühl einen klaren NS-Bezug hat. Aus diesen Gründen ist die Marke Thor Steinar auch vor allem bei Neonazis beliebt.
Jede(r) der/die solche Klamotten kauft, anzieht, vor allem aber verkauft, unterstützt damit direkt Nazis in ihrem Bestreben, ihre Inhalte und Symbole in die Gesellschaft zu tragen. Die Marke ´Thor Steinar´ zeichnet sich dadurch aus, dass sie auf den ersten Blick nur für Eingeweihte als extrem rechte Szenebekleidung auszumachen ist. ´Thor Steinar´ versucht rechte Symbolik in Szenecodes versteckt zu transportieren. Man produziert schicke, angesagte Bekleidung, die in der breiten Bevölkerung niemandem auffällt, die der rechten Szene und Hooligans jedoch als identitätsstiftendes Erkennungsmerkmal dienen. Stylische Klamotten, versehen mit allerlei an den Nationalsozialismus und dessen Germanenkult angelehnten Namen, Schriftzügen, Bildern und Runen, bieten rechten Jugendlichen die Möglichkeit, schicke Kleidung zu tragen, die Eingeweihten ihre Gesinnung offenbart, mit der sie aber die Gefahr umgehen, ständig für ihren Rassismus, Antisemitismus und ihre Demokratiefeindlichkeit von Anderen zur Rede gestellt zu werden. Zusammengesetzt aus dem Namen des nordischen Gottes Thor und einer Abwandlung des Namens des SS-Generals Felix Steiner, findet sich rechte Symbolik in ´Thor Steinar´-Produkten versteckt. In Aufdrucken wie ´Nordfront´ oder ´SüdWestAfrika´, versehen mit dem abgewandelten Palmen-Logo des deutschen Afrika-Korps oder auch deutschen WK-II-Kampfflugzeugen nebst Schriftzug ´Flugschule´ erkennt man eindeutig diese rechte Symbolik. Das erste Markenlogo der Firma ´Thor Steinar´ wurde in Deutschland verboten, da es aus einer Tyr-Rune und einer Wolfsangel zusammengesetzt war - beides Embleme, die vielfältig im 3. Reich als Embleme von NS-Organisationen verwandt wurden. Die Produzenten der Marke haben dieses Logo inzwischen vom Markt genommen und es durch eine unverdächtigere Rune ersetzt. Der Berliner Fußballverein Hertha BSC verwehrt seit dem 4. November letzten Jahres allen Fans den Zugang zum Berliner Olympiastadion, die - ob verschlüsselt in Symbolen oder offen - Bekleidung tragen, die eindeutig dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Namentlich wird auf der Homepage von Hertha BSC ´Thor Steinar´ benannt.
Diese Information ist nicht neu, weil es bereits in der besagten MAZ-Ausgabe und anderen Schreiben an Sie geschildert wurde. Es ist verwunderlich, dass Sie als Center Management noch nicht öffentlich reagiert haben.
Wir fordern Sie auf, dem besagten Geschäft den Verkauf von eindeutig rechtsextremen Bekleidungsstücken zu untersagen. Wenn das Geschäft sich weigert, dies zu tun, fordern wir Sie auf, diesem Geschäft zu kündigen. Das sind Möglichkeiten, die Sie als Hausherr ohne Weiteres haben, zumal auch eindeutige Urteile in ähnlichen Fällen deutschlandweit dies belegen. Es kann nicht im Interesse des EKZ-Wust sein, durch Nichtstun eine menschenverachtende Ideologie zu unterstützen und zu verbreiten.
Mit freundlichen Grüßen

Linksjugend [´solid] Ortsgruppe Brandenburg
Vorsitzender Die Linke. Stadt Brandenburg an der Havel"
 

Quelle: Meetingpoint Brandenburg (05.11.2008) 

 
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