| "Thor Steinar" in Leipzig muss schließen |
| Thursday, 13. November 2008 | |
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"Thor Steinar" in Leipzig muss schließen Die Kleidermarke "Thor Steinar" ist beliebt bei Rechtsextremen. Weil ein Geschäft in der Leipziger Innenstadt die Marke vertreibt, gab es mehrfach gewaltätige Proteste. Jetzt hat der Vermieter vor dem Landgericht die Schließung erzwungen: Denn bei Abschluss des Mietvertrags sei er "arglistig getäuscht" worden.
Die Kleidermarke "Thor Steinar" ist beliebt bei Rechtsextremen. Weil ein Geschäft in der Leipziger Innenstadt die Marke vertreibt, gab es mehrfach gewaltätige Proteste. Jetzt hat der Vermieter vor dem Landgericht die Schließung erzwungen: Denn bei Abschluss des Mietvertrags sei er "arglistig getäuscht" worden.
Die "Immovaria Beteiligungen AG" hatte die Räumung des Geschäfts "Tønsberg" verlangt, da sie vorab nicht über den Verkauf der Marke "Thor Steinar" informiert gewesen sei. Mieter des Ladens ist Uwe Meusel, der Geschäftsführer des Thor-Steinar-Vertriebs "Mediatex" aus Brandenburg. Im Verkaufskonzept hatte er lediglich angegeben, "junge Mode" verkaufen zu wollen. Ein Vertreter der Immovaria hatte in einer der Verhandlungen erklärt, der Mietvertrag wäre keinesfalls zustande gekommen, wenn der Verkauf der "Thor Steina"-Textilien zuvor bekannt gewesen sei. Im September 2007 war der Laden eröffnet worden.
Das Landgericht Leipzig gab dem Vermieter in dem am Donnerstag verkündeten Urteil recht, durch "unzutreffende Aussagen" über das Verkaufssortiment "arglistig getäuscht" worden zu sein. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. In einem ähnlichen Fall hatte das Oberlandesgericht Naumburg im Oktober die Räumungsklage gegen das Magdeburger Szene-Geschäft "Narvik" bestätigt, das ebenfalls von Meusel betrieben wurde. Zur Begründung hieß es damals ebenfalls, Meusel habe den Vermieter durch die im Mietvertrag unvollständige Angabe des Sortiments arglistig getäuscht.
Quelle: WELT (13.11.2008) |
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