Dresden: Winterliche Aktionen gegen Thor Steinar-Laden
Monday, 2. February 2009
 Eigentlich sind Wintermonate eher die Zeit der Ruhe und Besinnung. Ruhe ist aber ziemlich langweilig, also wurde sich darauf besonnen das Treiben im Naziklamottenladen "Larvik" weiter zu thematisieren. Im Dezember kam es zu verschieden Aktion, die ein gutes Beispiel für die unterschiedlichen Formen von kreativem Protest darstellen.

 

 

 

(1) - 16.12.08 :: Weihnachtsmann kommt mit der Rute
Dass böse Kinder zu Weihnachten keine Geschenke, sondern die Rute bekommen ist wohlbekannt. Die Betreiber des Larvik sind somit schon automatisch für die Bescherung disqualifiziert. 
In der Adventszeit machte sich nun eine Gruppe antifaschistischer Weihnachtsmänner und Weihnachtsfrauen auf den Weg, um den ehemaligen Tønsberg, der nun unter neuem Namen seinen Sitz am Ferdinandplatz hat, einen Besuch abzustatten. Leider ahnten die Thor-Steinar-VerkäuferInnen dies. In ihrer Angst vor dem berechtigtem Rutenschlag auf ihre Finger wurde der Laden zugemacht und die Weihnachtskompanie stand vor verschlossen Türen. Doch einmal in der Nähe konnte wenigstens ein kleiner, auffordernder Weihnachtsbrief an die umliegenden Geschäfte, die Mieter im Haus und die Vermieter vergeben werden.

 

Hier der Text:

 

 

 

Hallo,
beste Weihnachtsgrüße senden Ihnen ganz herzlich die Fest-GenossInnen der Antifa Dresden.
Sicher ist Ihnen, genau wie uns, der Mode-Laden "Larvik" in Ihrem Haus ein Dorn im Auge. Der vertreibt Bekleidung für Neonazis. Die angebotene Marke "Thor Steinar" ist im Moment das angesagteste Label bei jugendlichen Neonazis und hilft somit, die Szene nach Innen wie Außen zu stärken.
In anderen deutschen Städten (Leipzig, Hamburg, Magdeburg, ...) eröffnete Thor Steinar in der Vergangenheit ebenfalls Geschäfte. Diese mussten jedoch nach massiven Protesten ihre Räume wieder schliessen und verloren auch ihre Mietverträge. Auch in Dresden gibt es regelmäßig Aktivitäten gegen den Laden.
Wir sind optimistisch, dass auch Sie das Ihre dafür tun können. Beispielsweise ihre Vermieter darauf hinweisen, dass sie nicht mit Neonazis im selben Haus arbeiten möchten oder sich im Ladenschlussbündnis gegen den Laden engagieren.

Wie sie wissen kommt der Weihnachtsmann auch manchmal mit der Rute, dann ginge es hier am Ferdinandplatz zukünftig nicht mehr so glimpflich ab.

Tun Sie das Ihre, denn Wichtel sehen alles.

 

 

 

(2) – 21.12.08 :: Agitpop auf dem Striezelmarkt
Seit dem Umzug auf den Ferndinandplatz befindet sich das Larvik nun in unmittelbarer Nähe zum Stammplatz des Dresdener Striezelmarktes. Damit sich keiner der Weihnachtsmarktbesucher aus Versehen in den Laden verläuft, wurde Aufklärung betrieben. Zum einem wurde ein Transpi entrollt auf dem Thor Steinar angeprangert wird. Auf dem Markt selbst wurden dann Hunderte von Flyern verteilt, auf dem die Fakten erklärt und die Menschen für den korrekten Umgang mit Nazikleidung sensibilisiert wurden.

 

 

 

(3) – 06.01.09 :: Schneebälle gegen Nazifashion
Einige fühlten sich scheinbar von den vorhergehenden Aktionen inspiriert, weiter gegen den Larvik zu agieren. Was lag näher als dem frisch gefallenen Schnee eine neue Flugrichtung zu geben. Augenzeugen zufolge soll der Laden erst mit Aufklebern geradezu tapeziert worden sein, anschließend wurde er noch einmal kräftig mit Schneebällen eingedeckt. Das Personal verschanzte sich wie schon so oft hinter einem dicken Türriegel.
 

 

 
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